Der Mythos

Die antike Mythologie erzählt von Pygmalion, König auf Zypern. Da keine von den seiner Meinung nach lasterhaften Frauen seinen Ansprüchen genügen konnte, schuf er sich ein eigenes Bildnis aus Elfenbein. Diese Frauenstatue war so schön, dass Pygmalion sich in sein Kunstwerk verliebte und die Statue neben sich bettete. Er verbrachte seine Nächte neben ihr und seine Liebe zu ihr wurde immer verzweifelter. Auf dem Fest der Aphrodite bat er schließlich die Göttin um eine Lebensgefährtin, die seiner geliebten Statue ähnlich wäre. Die Göttin zeigte sich gnädig, und als Pygmalion heimkehrte, wurde die Elfenbeinstatue in seinen Armen lebendig. Neun Monate später schenkte sie ihm eine Tochter namens Paphos, deren Namen heute noch eine Stadt auf Zypern trägt.

Abb. von Jean-Leon Gerome, aus wikipedia commons

Die Statue versinnbildlicht die Frau als Geschöpf des Mannes, welches er nach seiner Idealvorstellung formt. Die Grundidee dieses antiken Mythos, zieht sich durch alle Literaturepochen und entbehrt auch heute nicht ihres aktuellen Bezuges zur Gegenwart. Im Zeitalter von medialer Virtualität und Cyberspace kann sich heute jeder sein eigenes Wunschbild schaffen - und das sogar dreidimensional. Das gilt übrigens gleichermaßen für Frauen wie für Männer.